„Umamige Shiitake-Pilze“ – Flexion einer Geschmacksrichtung
Mai 17, 2009 at 4:50 | In Sprache | Leave a CommentTags: Adjektiv, Deutsche Sprache, Essen, Flexion, Flexionslehre, Geschmacksrichtung, Morphologie, Umami, Wort
Die fünfte von der Zunge wahrnehmbare Geschmacksrichtung umami (neben süß, salzig, sauer und bitter) hat noch nicht lange Einzug in den gegenwärtigen Sprachgebrauch gehalten. Das Wort stammt aus dem Japanischen, bedeutet übertragen fleischig oder herzhaft und hat einen Eintrag im Rechtschreib-Duden.
Um das Wort vollends ins Deutsche integrieren zu können, bedarf es auch einer Flexion. Doch wie flektiert man umami? Das Gericht schmeckt süß, salzig, sauer, bitter oder umami (okej, klar). Aber was ist mit der bestimmten Adjektivsform: das süße Gericht, das salzige Gericht, das … umamige Gericht? Oder muss man auf andere Formen ausweichen, wie bei den Farbadjektiven lila, pink und orange (das lila-, pink- oder orangefarbene Kleid)? – Wobei hier natürlich umgangssprachliche Formen wie das lilane, pinke oder orangene Kleid existieren – das umami schmeckende Gericht?
Also? – Das schmeckt umami. Süße Weintrauben, saure Zitronen und umamige Shiitake-Pilze. Oder?

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