„Magic Seven“ – Die Vollkommenheit der siebensaitigen Gitarre

August 21, 2008 at 12:25 | In Musik | 1 Comment
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E-Gitarren mit sieben statt der üblichen sechs Saiten – Bands wie Morbid Angel, Korn und Meshuggah haben es vorgemacht. Heute sind die Siebensaiter aus der Musik, besonders den extremeren Metal-Stilen, nicht mehr wegzudenken.

Fast jeder Gitarrenhersteller hat ein oder mehrere Siebensaiter-Modelle im Sortiment, Vorreiter ist die japanische Firma Ibanez. Hier erschien 1990 mit der Ibanez Universe die erste in Serie produzierte siebensaitige E-Gitarre nach den Vorstellungen des Gitarristen Steve Vai.

Auch in der klassischen Gitarrenmusik ist die Erweiterung des Tonumfangs durch das Hinzufügen einer oder mehrerer Seiten durchaus gängig.

Doch warum sollte man sieben Saiten brauchen? Nachfolgend vier gute Gründe:

  • Ein Instrument, eine Stimmung: Mit einer siebensaitigen Gitarre entfällt das ständige Rauf- und Runterstimmen. Es lässt sich beispielsweise mit der siebensaitigen E-Gitarre in Standardstimmung (HEADghe) sowohl Hammer Smashed Face von Cannibal Corpse (Originalstimmung: D#G#C#f#a#d#) als auch Amon Amarths Death In Fire (Originalstimmung: HEADf#e) problemlos spielen, ohne lästiges Umstimmen. Der Konzertgitarrist hat es zudem leichter Stücke, die für andere Instrumente wie z.B. Piano oder Cello komponiert wurden, für die Gitarre zu transponieren.
  • Größere Vollkommenheit im Bassbereich: Der Gitarrist hat in Standardstimmung fünf (!) tiefe Halbtöne mehr zur Verfügung. Warum nicht einfach mal bei für Elise oder dem alten Tárrega ein eine Oktave tieferes D oder sogar C im Bass knurren lassen?
  • Mehr Systematik: Der erste Greifton der tiefen H-Saite ist ein C. Dies erinnert an die typische Oktave beginnend mit C auf dem Piano für die einfache C-Dur- und a-Moll-Tonleiter. Benutzt der Gitarrist eine Dropped-A-Stimmung (AEADghe), so kann er mit einem Finger sehr tiefe, aber auch rocktypische Powerchords beginnend mit A als Root auf der tiefen Saite greifen. Mit englischen Notennamen klingt das dann sogar kinderleicht: ABCDEFG. Das D ist hier das selbe, welches der Sechssaiter-Gitarrist bei einer Dropped-D-Stimmung als tiefsten Ton erreicht.
  • Wie der E-Bass: Bei Bassisten gibt es seit längerem den Trend zu fünfsaitigen Instrumenten. Hier ist die Standardstimmung HEADg. Die tiefste Saite klingt genau eine Oktave tiefer als die der siebensaitigen E-Gitarre. Fünfsaitiger E-Bass und siebensaitige E-Gitarre entsprechen und ergänzen sich genauso wie das Pärchen „viersaitig – sechssaitg“.

Ein Nachteil hat die siebte Saite wohl kaum, einfach ausprobieren und nicht mehr missen wollen. Ich ende mit einem Zitat des Korn-Gitarristen Munky Shaffer zur siebten Saite: „Now playing without it seems like playing without a finger.“ – Und nein, ich bin kein Korn-Fan.

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